„Manchmal macht’s auch voll Bock!“ – Anja Kampmann liest am GLH

„Literatur kann, während sie eigentlich über ganz andere Dinge erzählt, gleichzeitig über meine Welt und etwas, was mich betrifft, erzählen.“ Dieses Zitat von Anja Kampmann könnte erklären, warum die junge Autorin einen Roman über Ölbohrarbeiter auf einer Plattform im Meer geschrieben hat.

Am 25.10.2019 gab die in Lüneburg aufgewachsene Autorin Anja Kampmann im GLH eine Lesung für den 11.und 12. Jahrgang, in der sie unter anderem aus ihrem Debütroman „Wie hoch die Wasser steigen“ vorlas.

Studiert hat die Autorin an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben Prosa Texten schreibt sie auch Gedichte und hat schon zahlreiche Auszeichnungen für ihren Roman, aber auch für ihre lyrischen Werke erhalten. Uns hat sie verraten, dass sie momentan schon an ihrem zweiten Roman arbeite. Um welches Thema es sich dabei handele, wollte sie aber noch nicht preisgeben. Sicher ist aber jetzt schon, dass viele Gedanken damit verbunden seien. Denn auch ihr erster Roman erschien erst nach fünfjähriger intensiver Arbeit.

Anja Kampmann hat uns erzählt, dass sie sich sehr ausführlich mit Ölbohrarbeiten auseinandergesetzt und sogar Gasbohrungen an Land angeschaut habe, um ihren Roman präziser schreiben zu können. Besonders interessant zu erfahren war es, warum sie sich entschieden habe, über ein eher ungewöhnliches Thema zu schreiben.

Über ihren Schreibstil reflektierte die Autorin, dass sie eher „kurz und komprimiert“ schreibe, mit ihren Worten dennoch etwas „erschaffen“ wolle. Damit das Publikum sich selber ein Bild davon machen konnte, las sie dann einen Ausschnitt aus ihrem Buch vor. Anja Kampmann fesselte die Schülerinnen und Schüler durch eine sehr bildhafte Sprache mit vielen eindrucksvollen Stilmitteln. Nachdem sie auf Wunsch auch noch einige ihrer Gedichte vorgelesen hat, ist auch das Interesse daran, der Autorin Fragen zu stellen, im Publikum gestiegen. Aufgrund ihres relativ jungen Alters und auch ihrer recht jugendlichen Art zu reden, war es besonders interessant für viele Schülerinnen und Schüler, sich mit Anja Kampmann auszutauschen und zu erfahren, wie sie dazu gekommen ist, selber literarische Texte zu schreiben. Aber natürlich wurde auch nach den negativen Aspekten des Autorenberufs, wie z.B. Schreibblockaden, gefragt. Auch darüber konnte Frau Kampmann aus Erfahrung sprechen. Doch mit ihrer optimistischen Art lenkte sie schnell ein: „Manchmal macht’s auch voll Bock!“ Am Ende erzählte sie noch, dass sie auch für das Radio arbeite. Sogar das Thema Musik schnitt sie noch kurz an, da einige ihrer Werke vertont worden seien.

Anja Kampmann gewährte dem Publikum im GLH durch ihre breit angelegte Vorlesung einen prägnanten Einblick in das Leben einer Schriftstellerin und die Vielschichtigkeit dieses Berufes.

Marit Busche, 11a